Bildarchivierung zukunftssicher
Das Problem ist jedem Digitalfotografen
bekannt, der bereits einige Zeit „eifrig“ fotografiert:
Mit der Zeit sammeln sich Unmengen an Bildern in nicht mehr eindeutig
zuzuordnenden Verzeichnissen auf einer nicht „aufgeräumten“
Festplatte an. Denn die digitale Fotografie verführt zum Vielfotografieren,
da die Herstellung des einzelnen Bildes zunächst praktisch
ohne weitere Kosten möglich ist. Es stellt sich daher bald
die wichtige Frage, wie man die Bilder vernünftig und sicher
archiviert, so dass man sie auch noch nach Jahren wieder findet,
auslesen und weiterverarbeiten kann. Hier soll vor allem auf die
zukunftssichere Archivierung (im Sinne des sicheren Verwahrens)
eingegangen werden. (Bernd Jaeger) |
 Um
hohe Datensicherheit zu gewährleisten, sollte auf jeden Fall
eine Speicherung der Daten auf externen Medien stattfinden. Dafür
kommen Festplatten, beschreibbare CD-Rs und CD-RWs sowie entsprechende
beschreibbare DVD-Datenträger in Betracht. Da sich –
Berichten zufolge – bisher weder die Haltbarkeit noch die
Datenbeständigkeit der ihrer großen Speicher-platzreserven
wegen sehr interessanten DVD-Rohlinge noch nicht endgültig
als zuverlässig erwiesen haben, wird empfohlen, die Speicher-ung
auf preiswerten CD-Rs vorzunehmen. Auch die erwiesene Lesekompatibilität
von CD-Rs spricht für diesen Weg. Eine dauernde Speicherung
auf Festplatten (auch externen) hingegen erscheint nicht sonderlich
sinnvoll, da es sich dabei um mechanisch empfindliche Geräte
handelt und ein plötzlicher Ausfall nie ausgeschlossen werden
kann.
Für Sicherheitsfanatiker besteht die sicherste
Speicherung zweifellos darin, zwei CD-Rs mit gleichem Inhalt zu
brennen und diese nach dem Brennvorgang zu verifizieren. Hiernach
sollte man tatsächlich eine CD-R außerhalb des Hauses
lagern (hier reicht das Büro oder Haus von Eltern oder Freunden),
um dem Totalverlust etwa bei einem Brand- oder Einbruchschaden vorzubeugen.
Und wenn man ganz sicher gehen will, sollte man die CD-Rs in regelmäßigen,
größeren Abständen auf neue Datenträger kopieren
und hiernach wieder verifizieren. Falls man dieses Umkopieren vermeiden
will, sollte wenigstens die Lesbarkeit der Datenträger regelmäßig
überprüft werden. Unnötig zu erwähnen, dass
natürlich auf eine sach- und vorschriftsgemäße Lagerung
der Datenträger zu achten ist, diese also nicht direkter Sonne
ausgesetzt, nicht auf oder in unmittelbarer Nähe von Heizungen
sowie auch nicht in Feuchträumen gelagert werden dürfen.
Doch wie steht es mit der künftigen Lesbarkeit
der heutigen Datenformate? Die Frage ist sicher nicht unberechtigt.
Denn wer arbeitet heute schon noch mit einem DOS-Rechner ohne Windows,
wer verwendet noch WIN 3.11 oder Windows '95?
Die
Problematik nicht mehr gegebener Lesbarkeit irgendwann veralteter
Datenformate ist nicht all zu dramatisch anzusehen, jedenfalls bei
vernünftiger Vorsorge. Denn Änderungen treten nicht über
Nacht ein, so dass man genug Zeit hat, ggf. vorhandene Bilder in
ein neues Format zu konvertieren. Darüber hinaus ist es natürlich
sinnvoll, sich noch ältere Lesegeräte und entsprechende
Software aufzuheben, die man auch mit neuerer Hardware noch kombinieren
kann. Hier empfehlen sich derzeit externe USB- oder Firewire-Laufwerke,
da man diese Geräte ganz sicher zumindest für eine Übergangszeit
auch mit veränderter Hardware wird kombinieren können.
Die im Prinzip schwierigste Aufgabe besteht darin,
die richtige Form der Bildarchivierung zu wählen. Diese unterscheidet
sich – außer in der Menge – wohl kaum von der
klassischen Negativ-Archivierung, mit Bilddateien kann sie jedoch
sehr viel einfacher und übersichtlicher gestaltet werden. Natürlich
kann man sich hier der unterschiedlichen, speziellen Bildverwaltungssoftware
bedienen, aber sinnvoll erscheint es, hier einfach Verzeichnisse
mit eindeutigen Namen für die "Aufnahmeereignisse"
zu erstellen, also etwa Weihnachten 2004, Urlaub Spanien 2003, Geburtstag
Elke 2005 etc. Hierfür muss jeder mit ein wenig Mühe und
Phantasie für sich selbst die geeignete Archivierungsform finden,
die das schnelle, einfache und sichere Auffinden der Bilder auch
nach Jahren sicherstellt. Der Aufwand für das beschriebene
Speichern von Bilddateien ist vergleichsweise geringer und die Archivierung
insgesamt auch sicherer geworden als noch zu Zeiten der Negativaufbewahrung. |